
Das „Kompetenzteam Vielheit“ wurde Ende 2023 von der Abteilung 2 (Stadtteilkultur) des Kulturreferates der Landeshauptstadt München eingeladen, an einem neuen Konzept für die jährlich mehrmals stattfindenden Treffen zwischen Stadtteilkulturhäusern und den Migrantischen Vereine und Organisationen mit zu arbeiten.
Die Netzwerk-Veranstaltung ist eine Initiative von Morgen e.V., dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Kompetenzteam Vielheit und fand nun schon in der 3. Ausgabe statt:
Diesmal luden das Tandem, bestehend aus Rojin e.V. und der KulturEtage Messestadt Riem am Montag, den 08. Dezember 2025 ein.
Ort:
KulturEtage Messestadt Riem
Erika-Cremer-Straße 8
81829 München
Hier ein Bericht von unserem Teammitglied Adrian Tadić:
Ein Hochzeitszauber liegt der vierten Edition von Treffpunkt Vielfalt inne und die Rückmeldungen der teilnehmenden Kulturschaffenden bestätigen es. Dieser Abend war stark geprägt von Herzlichkeit, wahren Verbindungen – und einem fantastischen Abendmahl.
Zudem wurde an diesem Abend tatsächlich etwas verbunden, was bisher noch nicht so einfach zu einander findet: Münchner Stadtteilkulturzentren und (post-) migrantische Initiativen.
„Wer hat geheiratet?“
Die Gastgeber*innen des Abends waren die Kultur-Etage Messestadt-West als Stadtteilkulturzentrum und Rojin e.V., eine kurdische Sprachschule und ein lebendiger Kultur- und Bildungsverein. Die Kultur-Etage zeigte sich interessiert und engagiert, öffnete ihre Türen und unterstützte bei Planung sowie Umsetzung. Rojin e.V. brachte das kulturelle Herz des Abends ein: Musik, eine deutsch-kurdische lyrische Darbietung junger Schülerinnen – und ein reichhaltiges Festmahl der kurdischen Küche, zubereitet und getragen von zahlreichen ehrenamtlichen Mitglieder*innen und Familien des Vereins.
Was hier entstand, war ein starkes Zeichen gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe sowie ein lebendiges Beispiel dafür, wie diversitätsorientierte, interkulturelle Programmgestaltung praktisch aussehen kann.
Treffpunkt Vielfalt – Begegnung und strategieorientierte Arbeit
Ziel des strategieorientierten Formats Treffpunkt Vielfalt ist es, Stadtteilkulturzentren bei der Öffnung ihrer Institutionen zu unterstützen und nachhaltige Verbindungen zu (post-) migrantischen Initiativen, Vereinen und Bürger*innen zu ermöglichen, so dass auch die (post-) migrantische Bevölkerung diese Orte als selbstverständliche Anlaufstellen nutzt.
Das Format richtet sich an Münchner Akteur*innen aus Kultur, Kunst und Zivilgesellschaft und wirkt auf zwei Ebenen:
- als strategieorientiertes Netzwerktreffen, das auf kollegiale Begegnung, persönliches Kennenlernen und moderierten Austausch zu Themen der diversitätsorientierten, institutionellen Öffnung oder (post-) migrantischen Kulturarbeit setzt,
- als kulturelle Veranstaltung, in der künstlerische Zusammenarbeit erprobt wird
Das kulturelle Rahmenprogramm, das Sitzkonzept der „langen Tafel“ und unterstützende Einstiegsfragen schaffen eine einladende Atmosphäre, die zu kollegialen Gesprächen einlädt. Stadtteilkulturzentren und städtische Mitarbeiter*innen begegnen hier freien Kultur- und Kunstschaffenden sowie Akteur*innen migrantischer Vereine.
In der vierten Edition der Veranstaltungsreihe rückte die strategische Arbeit in den Fokus. In moderierten Gruppendiskussionen an Thementischen wurden Herausforderungen, strukturelle Hürden, Bedürfnisse und konkrete Ideen für mehr kulturelle Teilhabe gesammelt. Moderator*innen begleiteten die Gespräche und dokumentierten die Ergebnisse.
Diese strategische Arbeit bildet eines der Module von Treffpunkt Vielfalt und wurde vom Kompetenzteam Vielheit entwickelt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden im Nachgang ausgewertet, den beteiligten Partner*innen zurückgespielt, in weiteren Formaten vertieft und in die kontinuierliche Arbeit des Kompetenzteams integriert. Zu den weiteren Modulen gehören: Kollegiale Beratung, Plattform des Kennenlernens und der Impulse, Matching von Tandems, Feierabend sowie Expert*innen Fachauskunft.
Manchmal entsteht auf Hochzeiten neue Liebe: in diesem Fall hoffentlich neue Kooperationen, geteilte Ressourcen und nachhaltige Beziehungen über institutionelle und kulturelle Grenzen hinweg.
—
Adrian Tadić – beschäftigt sich mit partizipativen Kulturorten, Demokratie und Postmigrationsgesellschaften. Gründer des Kreativorts und Kulturcafés „studio12“ in Passau. In München als Kulturschaffender tätig bei Kompetenzteam Vielheit und balkaNet e.V.